Mein langer Weg....

vom Beruf zur Berufung

 

. Entgegen der Erwartung habe ich keine klassische Ausbildung gemacht, sondern meine Erkenntnisse und Fähigkeiten durch langwierige Erfahrungen und Erlebnisse gewonnen, die mir mein Leben immer wieder aufgegeben hatte.

Selbstverständlich gab es die übliche klassische Ausbildung:

Grundschule, Gymnasium, Biologiestudium und anschliess -endem Berufsleben in der Wirtschaft. Doch, geboren mit einem kleinen Conterganschaden, verlief meine Kindheit schon anders als die der Anderen.

Ein wochenlanger Krankenhausaufenthalt nach dem anderen folgte. Weit weg von zu Hause, machte ich als Kind und Jugendlicher schon Erfahrungen, bis hin zu Grenzerfahrungen zwischen Leben und Tod, die mich die Welt mit anderen Augen sehen und mit anderen Ohren hören liess. Denn auf mein rechtes Ohr hatte sich das Contergan massiv ausgewirkt.

Wie oft habe ich schon als Kind die Frage gestellt:

Warum ich? Was hat das zu bedeuten?

Wo ist Gott und warum hat er das zugelassen?

Warum muss ich solch heftige Erfahrungen im Krankenhaus machen? Übrigens gemeinsam mit Kindern aus Vietnam, die mit Napalmverbrennungen dort monatelang lagen.

Und immer wieder die Frage nach dem tieferen Sinn solcher Schicksals-Schläge. Völlig unbemerkt von mir vollzog sich dabei aber ganz unmerklich und unbeeinflusst vom Verstand meine wirkliche Ausbildung über lange Jahre hin.

Irgendwann kam dann der Punkt, an dem ich plötzlich bemerkte, dass ich Dinge wahrnehmen und auf den Punkt bringen konnte, die für andere nicht wahrnehmbar waren. Da war mir auf einmal auch bewusst, dass die scheinbare Behinderung die mich so viele Fragen hatte stellen lassen, mein Lehrmeister war. Von diesem Moment an war sie ein Geschenk. Denn es ist mir dadurch möglich, Dinge wahrzunehmen, die ein Anderer nicht auf diese Art sieht.

Heute bin ich froh über diese Gabe zu verfügen zu dürfen,
ermöglicht sie es doch, Menschen Wege aufzuzeigen,
die sie sonst nie gegangen wären. Viele haben dann
einen Sprung gewagt, und alte Blockaden einfach hinter
sich gelassen.


Frei von diesen führen sie heute ein anderes Leben.
Wie schön das ist, bei solchen Prozessen immer wieder
dabei sein zu dürfen, bedarf keiner Worte.

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